2018

Exkursion nach Athen

Im Zeitraum vom 23.09. bis zum 28.09.2018 nahmen 15 Studierende der Studiengänge (B. Sc. und M. Sc.) Umweltplanung und (M. Sc.) Landschaftsarchitektur an einer Exkursion nach Athen in Griechenland teil, die unter dem Titel „HeKris: Resilience as Challange in European cities“ stand. Die Exkursion wurde vom DAAD gefördert. Betreut wurde die Exkursion von Herrn Prof. Dr. Rainer Danielzyk und Filip Śnieg.

Am ersten Tag besuchten wir vormittags das Ministerium für Umwelt und Energie. Der Direktor der Abteilung Stadtplanung – T.Psyhogios – stellte das griechische Planungssystem, Probleme des griechischen Systems und Planungsinstrumente zur Förderung von Investierungen in öffentlichem und privatem Eigentum vor. Am Nachmittag des ersten Tages nahmen wir an einer Stadtführung mit Prof. Riva Lava durch die Altstadt von Athen teil. Dabei hörten wir spannende Vorträge zu verschiedenen Themen der Stadtplanung in Griechenland und der interessanten Geschichte Athens.

Gespanntes Zuhören bei der City Tour. © Anna-Lena Brede

Am Dienstag, dem zweiten Tag der Exkursion, fand eine geführte Tour über den 2004 Olympischen Komplex statt. Die Studierenden hatte die Möglichkeit, etwas über die Geschichte des Komplexes und den wichtigsten Einrichtungen zu erfahren sowie das Zentrale Olympiastadion zu besuchen. Am Nachmittag besuchten wir das „Stavros Niarchos Foundation Cultural Center“ (SNFCC), wo sich die Griechische Nationalbibliothek und die Nationaloper befinden. Es ist ein Geschenk des gleichnamigen Reeders an den griechischen Staat und bildet das bisher größte Geschenk, das Griechenland jemals erhalten hat. Die Gesamtfläche des SNFCC inklusive des Parks und der angeschlossenen Esplanade, die Zugang zum Olympia Komplex gewährt, beträgt 210.000 m². Die Kosten für das Gesamtprojekt beliefen sich auf etwa 620 Mio €.

Blick auf die Falirou-Bucht vom SNFCC. © Filip Śnieg

Am dritten Tag wurden ein paar sehr spannende Vorträge an der NTUA von Prof. T. Pagonis und Herrn M. Lazoglou präsentiert. Die Themen ‘‘Resilienz und Entwicklung der Stadt Athen‘‘ und ‘‘Für das Griechenland, das wir lieben und retten wollen – vergangene und gegenwärtige Projekte…‘‘ trugen anschließend zu einer sehr interessanten Diskussion bei.

Der vorletzte Tag unser Exkursion – Donnerstag –  begann in Piräeus. Bei einem Rundgang mit Prof. Dr. Nikolaos Belavilas, wurde der Hafen von Piräeus besichtigt. Zusätzlich hatten wir eine sehr gute Möglichkeit, die Geschichte und Bedeutung des Seehafens Piräus in Europa kennenzulernen.

Hafen Piräus © Carolin Schneider, Alida Sievert

Am Freitag fanden ein paar theoretische Keynotes an der NTUA statt. Die Präsentationen von Dr. P. Koutrolikou und Prof. Y. Psycharis zu den Themen ‘‘Die Geschichte und Soziale Herausforderungen der Krise im Athen‘‘ und ‘‘Krisenbedingte regionale Ungleichheiten in Griechenland‘‘ sowie eine sehr interessante Diskussion haben die Exkursion erfolgreich abgeschlossen.

Exkursion nach Düsseldorf und ins Ruhrgebiet

Vom 10. bis 15. September besuchten 22 Studierende und zwei Graduierte der Athens School of Architecture – National Technical University of Athens (NTUA), , begleitet von den Professoren K. Serraos und V. Asprogerakas, das Ruhrgebiet in Deutschland. Ziel der Exkursion waren Düsseldorf und vier Städte der Metropolregion Ruhr: Dortmund, Oberhausen, Essen und Duisburg.

Die Gruppe am Hauptbahnhof Düsseldorf © Konstantinos Serraos

Der Fokus der diesjährigen Exkursion lag auf der dynamischen Transformation des ehemalig industriellen Ruhrgebiets in eine sich rapide entwickelnde Kulturszene und ein Geschäftszentrum. Als Teil der Vorbereitung auf die Exkursion unternahmen die Studierenden Recherchen bezüglich der untersuchten Städte (sozio-ökonomische, kulturelle, architektonische und urbane Charakteristika) und zur urbanen Resilienz des Ruhrgebiets. Die Ergebnisse ergaben einen Leitfaden für die Besuche, u. a. bezüglich der geplanten Standorte. Sowohl Gruppen- als auch Einzelbesuche wurden in Form von Tagesberichten dokumentiert.

Während der fünf Tage wurden verschiedene Aspekte von Umstrukturierung und Renovierung untersucht. Von Osten nach Westen wurden verschiedene postindustrielle Standorte in Dortmund, Essen, Oberhausen und Duisburg besucht: Die Emscher als auch der Emscher Landschaftsparks  – eine Initiative der IBA – mit einer 800km langen Route, welche die Städte und die postindustriellen Orte rund um die Emscher verbindet, waren Ziele.

In Dortmund wurde der Phoenixsee, ein künstlicher See, der zwischen 2006 und 2011 auf einem ehemaligen Bergbaustandort entstand, besichtigt. Es handelt sich dabei um eine nahezu komplette Umgestaltung des Orts, da keine Andenken an die industrielle Vergangenheit erinnern. Stattdessen umgibt den See ein neu errichtetes Wohngebiet mit Freizeitmöglichkeiten. Im Gegensatz dazu wurde in Phoenix-West ein großer Teil einer ehemaligen Stahlindustrie als Denkmal erhalten. Andere Teile des Geländes wurden abgerissen, um Platz für Erholungszentren und Bürogebäude zu schaffen.

Wohnen am Phoenixsee © Kiki Mountanea

In der Region Essen wurde das UNESCO Weltkulturerbe “Zeche Zollverein”, wobei es sich ebenfalls um ein ehemaliges Bergbaugebiet handelt, besucht. Die industriellen Einrichtungen des Zeche Zollvereins, welche nach den architektonischen Prinzipien des Bauhausstils errichtet wurden, wurden in Freizeit- und Kulturstätten umgeben von Natur umgewandelt. Das Wahrzeichen des Parks ist das Ruhr Museum, welches einen kompletten Einblick in die Geschichte der Umgebung vermittelt.

Landschaftspark Duisburg Nord © Christina Raftopoulou

In der Kohlmiene Oberhausen wurde ähnlich vorgegangen. Das größte Gasometer der Einrichtung wird heute als Museum für temporäre Ausstellungen genutzt und dient für sich selbst stehend als Denkmal. Zwar war das Wetter nicht sehr klar, jedoch gab es von dem Gasometer aus einen relativ guten Blick über das Ruhrgebiet und den Emscher Park.

Ein etwas anderer Ansatz wurde im Landschaftspark Duisburg Nord verfolgt, einer ehemaligen Hochofenanlage im Duisburger Norden. Die Einrichtungen dort wurden erhalten, um Besuchern eine Besichtigung zu ermöglichen. Abgesehen von wenigen Zwischenstopps und Kantinen wurden keine weiteren Funktionen in den Park aufgenommen. In Duisburg besuchten wir außerdem den Innenhafen, den größten Inlandshafen entlang des Rheins. Nach dem Niedergang des Hafens Mitte des 20. Jahrhunderts, hat sich das Gebiet gewandelt und verbindet jetzt Beschäftigung, Wohnen, Kultur sowie Freizeitaktivitäten auf Wasserbasis. Die restaurierten Mühlen am Südufer des Hafens sind den neuen Bauten im Norden zugewandt, was ein interessantes Gesamtkonzept ergibt.

Ausgangspunkt all dieser Exkursionen war Düsseldorf, sodass wir nicht fahren konnten ohne auch diese Stadt erkundet zu haben. Der Kö-Bogen und der Medienhafen waren Stationen unseres Rundgangs durch die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt. Ersterer ist ein neues Handelszentrum am Ende der historischen Einkaufsstraße Königsallee. Der Medienhafen ist ein noch immer aktiver Hafen am Rhein. Nach der Schließung einiger Gewerbe traten Unternehmen des Dienstleistungssektors wie Medien- und Designunternehmen an ihre Stelle. Ebenfalls zum Projekt Medienhafen gehört ein wachsendes Wohngebiet. So ist das Gebiet ein multifunktionaler und einem ständigen Wandel unterstehender Teil der Stadt.

Präsentation im Stadtplanungsamt Düsseldorf © Konstantinos Serraos

Ein ebenso wichtiger Teil der Exkursionen waren unsere Treffen mit Akademikern und Stadtplanern der Region. Professor Karsten Zimmermann der Technischen Universität Dortmund präsentierte die Geschichte, Entwicklung und urbane Funktion des Ruhrgebiets. Professor Rainer Danielzyk der Leibniz Universität Hannover führte uns durch den Medienhafen und erklärte dessen Transformation. Frau Bianca Menz und Frau Anna Dworrak der Stadtplanungsämter Düsseldorf stellten uns die “Wachsende Stadt Düsseldorf”, wobei es sich um die Erneuerungs- und Entwicklungspläne der Stadt handelt, vor. Wir alle sind dankbar für ihren Beitrag.